Heute vor genau hundert Jahren, im zweiten Heft von Band 65, brachten die Mathematischen Annalen die "Untersuchungen über die Grundlagen der Mengenlehre" von Ernst Zermelo. Im Mittelpunkt seines 21 Seiten langen Artikels standen sieben grundlegende Sätze, die eine widerspruchsfreie Formulierung der von Georg Cantor erfundenen Theorie lieferten, die in höchster Allgemeinheit die Zusammenfassungen von realen und gedachten Objekten beschreibt.
Hier muss ich den Autor dieses (auch für Laien verständlichen Textes) korigieren: Wir wissen bis heute nicht, ob die ZFC-Axiome wiederspruchsfrei sind. Dies folgt direkt aus dem
zweiten Goedelschen Unvollstädigkeitssatz. Dieser besagt im wesentlichen: Wenn in ZFC die Wiederspruchsfreiheit von ZFC bewiesen werden kann, dann ist ZFC wiedersprüchlich. Schärfer muss es sogar heissen, dass wir besser nie "wissen" das ZFC widerspruchsfrei ist.